Shiatsu-Krefeld: Teng She, der Soaring Serpent, als schwebende Schlangengestalt in Flieder, Dunkellila und Gold – Symbol für innere Unruhe und die Suche nach der Mitte im Shiatsu
Fünf Elemente,  Shiatsu

Shiatsu und Teng She im Erdelement: Wie finde ich Ruhe inmitten innerer Unruhe?

Die sechs Spirits entstammen der traditionellen chinesischen Liu-Yao-Lehre. Ihre Verbindung mit Shiatsu dient in dieser Blogreihe als symbolische Anregung zur Selbstreflexion und ist keine eigenständige diagnostische Methode des ShenDo Shiatsu.

Six Spirits · Six Fridays | Teil 4/6

Nach dem Azure Dragon, der uns zum Wachstum eingeladen hat, dem Vermilion Bird, der unserer inneren Stimme Raum gegeben hat, und Gou Chen, der uns nach Halt und Festhalten fragen ließ, begegnen wir im vierten Teil unserer Reihe Six Spirits · Six Fridays einer neuen Symbolgestalt: Teng She 螣蛇 – der Soaring Serpent.

Wenn die Gedanken keine Ruhe finden

Manchmal ist es erstaunlich, wie laut es in uns werden kann, obwohl die Welt um uns herum vollkommen still ist. Wir sitzen auf dem Sofa, gehen spazieren oder liegen abends im Bett, während unsere Gedanken bereits mehrere Schritte voraus sind. Ein Gespräch wird noch einmal durchgespielt, eine Entscheidung von allen Seiten betrachtet oder eine mögliche Zukunft entworfen, die vielleicht niemals eintreten wird. Was als gewöhnliches Nachdenken beginnt, entwickelt mitunter eine Eigendynamik, bei der wir kaum noch unterscheiden können, was tatsächlich geschieht und was ausschließlich in unserer Vorstellung existiert.

Gerade in solchen Momenten versuchen wir häufig, durch noch mehr Nachdenken wieder Klarheit zu gewinnen. Wir analysieren, vergleichen, bewerten und suchen nach der einen Antwort, die endlich Sicherheit verspricht. Doch je stärker wir uns bemühen, jede Möglichkeit gedanklich zu kontrollieren, desto weiter scheint die ersehnte Ruhe manchmal in die Ferne zu rücken.

Was wäre, wenn wir nicht jeden Gedanken zu Ende denken müssten, um wieder bei uns selbst anzukommen?

Auch Teng She ist traditionell der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Doch während Gou Chen vor allem die bindende und stabilisierende Seite der Erde sichtbar gemacht hat, führt uns Teng She zu ihrer bewegteren, schwerer greifbaren Qualität: zu Unsicherheit, gedanklichen Verwicklungen und der Frage, wie wir unsere innere Mitte bewahren können, wenn sich unsere Gedanken im Kreis drehen.

Teng She – die Schlange zwischen Wirklichkeit und Vorstellung

In der traditionellen chinesischen Na-Jia- beziehungsweise Liu-Yao-Lehre gehört Teng She 螣蛇 zu den sechs symbolischen Geistern, den Liu Shen 六神. Der Name wird häufig mit „Soaring Serpent“ oder „Flying Serpent“ übersetzt und beschreibt eine schlangenartige, aufsteigende Gestalt, die sich in der traditionellen Symbolsprache mit ungewöhnlichen Entwicklungen, Verwicklungen, Unsicherheit und schwer durchschaubaren Situationen verbinden lässt.

Im Gegensatz zur beständigen, eher erdgebundenen Symbolik von Gou Chen scheint Teng She beinahe schwerelos. Die Schlange windet sich, verändert ihre Richtung und entzieht sich einer einfachen Einordnung. Ihre Bewegungen können faszinieren, aber auch verunsichern, weil wir nicht unmittelbar erkennen, wohin sie führen.

Diese Bildsprache bietet einen interessanten Zugang zu unserem eigenen Denken. Auch Gedanken können sich winden, verzweigen und in immer neuen Möglichkeiten verlieren. Eine beiläufige Bemerkung wird zur vermeintlichen Kritik, aus einer offenen Frage entsteht eine ganze Kette möglicher Probleme und eine ungewisse Zukunft erscheint plötzlich bedrohlicher als die gegenwärtige Situation.

Dabei ist unsere Vorstellungskraft keineswegs ein Gegner. Sie ermöglicht Kreativität, Einfühlungsvermögen, vorausschauendes Denken und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Schwierig wird es erst dann, wenn wir jede gedankliche Möglichkeit so behandeln, als wäre sie bereits Wirklichkeit.

Teng She lädt uns in dieser modernen Reflexion dazu ein, zwischen dem zu unterscheiden, was wir tatsächlich wahrnehmen, und dem, was unsere Gedanken daraus entstehen lassen.

Die Erde im Shiatsu – eine Mitte, die nicht vollkommen still sein muss

Dass sowohl Gou Chen als auch Teng She der Erde zugeordnet werden, mag zunächst überraschen. Schließlich verbinden wir mit der Wandlungsphase Erde meist Beständigkeit, Nahrung, Fürsorge und das Gefühl, gut verwurzelt zu sein. Doch gerade diese doppelte Zuordnung eröffnet uns eine differenzierte Betrachtung: Die Erde beschreibt nicht nur einen Zustand von Stabilität, sondern auch unsere Fähigkeit, mit Eindrücken und Anforderungen umzugehen, ohne dabei die Verbindung zu unserer Mitte zu verlieren.

Im traditionellen Shiatsu gehören die Funktionskreise von Magen und Milz zur Wandlungsphase Erde. Innerhalb diesesShiatsu Krefeld: Nahaufnahme der Teng-She-Symbolgestalt mit schlangenartigem Gesicht, fließenden violetten Linien und goldenen Akzenten vor hellem Hintergrund überlieferten Denkmodells stehen sie für Aufnahme, Umwandlung, Versorgung und die Verarbeitung dessen, was uns begegnet. Die Begriffe sind dabei nicht mit den anatomischen Organfunktionen der modernen Medizin gleichzusetzen.

Übertragen auf unsere persönliche Erfahrung können wir uns fragen, wie viele Eindrücke wir im Laufe eines Tages aufnehmen. Nachrichten, Gespräche, Erwartungen, Entscheidungen und die Bedürfnisse anderer Menschen begleiten uns häufig bis in jene Stunden, die eigentlich der Erholung dienen sollten. Nicht alles davon lässt sich sofort einordnen, und manches beschäftigt uns noch lange, nachdem der eigentliche Anlass vergangen ist.

Die Symbolik der Erde erinnert uns daran, dass Verarbeitung Zeit braucht. Ebenso wie wir eine Mahlzeit nicht durch bloße Willenskraft schneller verdauen können, lässt sich auch innere Klarheit nicht immer erzwingen. Manche Erfahrungen benötigen Abstand, andere eine neue Perspektive und wieder andere schlicht einen Moment, in dem keine zusätzlichen Anforderungen hinzukommen.

Innere Mitte bedeutet deshalb nicht, niemals aus dem Gleichgewicht zu geraten. Sie beschreibt vielmehr die Möglichkeit, immer wieder zu sich selbst zurückzufinden.

Wenn Fürsorge in Grübeln übergeht

Eine besonders interessante Verbindung zwischen Teng She und der Erde entsteht dort, wo Fürsorge und gedankliche Unruhe aufeinandertreffen. Wer sich um andere Menschen kümmert, möchte häufig vorausdenken, Schwierigkeiten vermeiden und möglichst früh erkennen, wo Unterstützung gebraucht werden könnte. Diese Aufmerksamkeit ist eine wertvolle Fähigkeit, solange sie von Vertrauen und einem realistischen Gefühl für die eigenen Möglichkeiten begleitet wird.

Mitunter verschiebt sich jedoch die Balance. Aus liebevoller Sorge wird ein ständiges gedankliches Beschäftigtsein, aus Verantwortungsgefühl der Wunsch, jedes mögliche Problem im Voraus zu lösen. Vielleicht überlegen wir immer wieder, ob wir etwas übersehen haben, ob eine Entscheidung richtig war oder wie sich eine Situation entwickeln könnte, auf die wir tatsächlich nur begrenzten Einfluss besitzen.

Solche Gedankenschleifen können erschöpfend sein, besonders wenn sie uns daran hindern, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen. Dabei entsteht leicht der Eindruck, wir müssten nur lange genug nachdenken, um irgendwann absolute Gewissheit zu erreichen. Doch nicht jede Frage lässt sich heute beantworten, und nicht jede Unsicherheit ist ein Zeichen dafür, dass wir etwas falsch gemacht haben.

Fürsorge braucht Aufmerksamkeit – aber sie braucht auch Vertrauen und die Bereitschaft, das Ungewisse gelegentlich ungewiss sein zu lassen.

Vielleicht liegt gerade darin eine stille Form von Selbstfürsorge: anzuerkennen, dass wir nicht für jede Entwicklung verantwortlich sind und dass ein offener Ausgang nicht automatisch eine Bedrohung bedeutet.

Zwischen Hara und Gedankenwelt – zurück in den Körper

Wenn wir uns in unseren Gedanken verlieren, richtet sich unsere Aufmerksamkeit häufig immer stärker nach innen, allerdings auf eine Weise, die wenig mit bewusster Körperwahrnehmung zu tun hat. Wir beschäftigen uns mit Erinnerungen, Erwartungen oder möglichen Zukunftsszenarien, während die Empfindungen unseres Körpers zunehmend in den Hintergrund treten.

Hier bietet das japanische Konzept des Hara einen hilfreichen Gegenpol. Hara bezeichnet zunächst den Bauchraum und steht in verschiedenen japanischen Körpertraditionen zugleich für die Erfahrung von Mitte, Erdung und körperlicher Präsenz. Im Shiatsu spielt diese Orientierung eine wichtige Rolle, weil sie den Körper nicht nur als etwas betrachtet, das wir besitzen, sondern als einen unmittelbaren Zugang zu unserer gegenwärtigen Erfahrung.

Während unsere Gedanken mühelos zwischen Vergangenheit und Zukunft wechseln können, ist die körperliche Wahrnehmung zunächst an den aktuellen Moment gebunden. Wir spüren den Boden unter unseren Füßen, das Gewicht unseres Körpers auf einer Sitzfläche oder die Bewegung des Atems im Bauchraum. Diese Empfindungen müssen nicht interpretiert werden, um wahrgenommen werden zu können.

Das bedeutet keineswegs, dass wir unangenehme Gedanken durch Körperübungen einfach ausschalten könnten. Vielmehr kann bewusste Körperwahrnehmung eine zusätzliche Perspektive eröffnen, wenn das Denken sehr viel Raum einnimmt. Statt ausschließlich nach einer gedanklichen Lösung zu suchen, können wir erkunden, wie es sich anfühlt, wieder mit unserer körperlichen Mitte in Kontakt zu kommen.

Vielleicht müssen wir die Gedanken nicht zum Schweigen bringen. Vielleicht genügt es manchmal, ihnen nicht unsere gesamte Aufmerksamkeit zu schenken.

Ruhe ist nicht die Abwesenheit von Bewegung

Wir stellen uns innere Ruhe häufig als einen vollkommen stillen Zustand vor, in dem keine störenden Gedanken auftauchen und alle Fragen beantwortet sind. Doch dieses Ideal kann selbst zu einer weiteren Anforderung werden. Sobald wir bemerken, dass wir noch immer unruhig sind, versuchen wir vielleicht, uns stärker zu entspannen, bewusster zu atmen oder endlich loszulassen – und erzeugen damit zusätzlichen Druck.

Die Natur bietet uns ein anderes Bild. Das Meer kann an seiner Oberfläche von Wellen bewegt werden, während tiefere Wasserschichten vergleichsweise ruhig bleiben. Ein Baum kann seine Äste im Wind bewegen, ohne den Kontakt zu seinen Wurzeln zu verlieren. Auch unser inneres Erleben muss nicht vollkommen stillstehen, damit wir ein Gefühl von Stabilität entwickeln können.

Die aufsteigende, sich windende Gestalt von Teng She lässt sich deshalb nicht nur als Symbol der Verunsicherung verstehen. Für unsere heutige Betrachtung erinnert sie auch daran, dass Bewegung und zentrierende Mitte gleichzeitig existieren können. Gedanken dürfen auftauchen, Gefühle dürfen sich verändern und manche Fragen dürfen offenbleiben, ohne dass wir deshalb den Kontakt zu uns selbst verlieren müssen.

Vielleicht besteht innere Ruhe weniger darin, jede Bewegung zu beenden, als darin, einen verlässlichen Bezugspunkt zu finden, während sich um uns herum und in uns selbst vieles verändert.

Dieser Gedanke verbindet Teng She mit Gou Chen, ohne dessen Thema zu wiederholen. Gou Chen fragte uns, welche Verbindungen uns tragen und welche uns festhalten. Teng She führt uns nun einen Schritt weiter und lädt uns ein, auch dann eine innere Mitte zu entdecken, wenn sich unsere Gedanken und Vorstellungen ständig verändern.

Dein Do-In-Impuls: Die Gedanken dürfen weiterziehen

Für diese Woche möchte ich dir eine einfache Übung mitgeben, die sich besonders gut für einen ruhigen Moment zwischendurch eignet. Du benötigst weder besondere Vorkenntnisse noch eine bestimmte Atemtechnik, sondern lediglich einen bequemen Platz und einige Minuten ungestörte Aufmerksamkeit.

Setze dich aufrecht, aber entspannt auf einen Stuhl und stelle beide Füße auf den Boden.

Lass deine Schultern weich werden und lege eine Hand auf deinen Unterbauch, während die andere bequem auf deinem Oberschenkel ruht. Nimm zunächst wahr, wie die Sitzfläche deinen Körper trägt und wie sich der Boden unter deinen Füßen anfühlt.

Richte deine Aufmerksamkeit anschließend auf die natürliche Bewegung deines Atems. Vielleicht hebt und senkt sich dein Bauch unter deiner Hand, vielleicht spürst du die Atembewegung deutlicher an einer anderen Stelle. Versuche nicht, besonders tief oder langsam zu atmen, sondern beobachte einfach, was bereits geschieht.

Nach einigen Atemzügen kannst du dir vorstellen, dass deine Gedanken wie Wolken über einen weiten Himmel ziehen. Manche sind leicht und flüchtig, andere dichter oder dunkler. Du musst sie weder festhalten noch vertreiben. Wenn du bemerkst, dass du einem Gedanken gefolgt bist, kehre freundlich zur Wahrnehmung deiner Hand, deines Atems und deiner Füße zurück.

Bleibe noch einen Moment in dieser Haltung und frage dich:

Wo brauche ich Gelassenheit mitten im Aufruhr?

Die Übung soll keine bestimmten Empfindungen hervorrufen. Falls sich die Konzentration auf den Atem unangenehm anfühlt, kannst du deine Aufmerksamkeit stattdessen auf den Kontakt deiner Füße zum Boden oder auf die Geräusche im Raum richten.

Where do I need calm in the midst of unrest? Vielleicht entdeckst du, dass die Unruhe nicht vollständig verschwinden muss, damit sich ein wenig mehr Raum in dir öffnet. Du kannst Gedanken haben und gleichzeitig deinen Körper spüren, Fragen mit dir tragen und dennoch für einen Augenblick zur Ruhe kommen.

Teng She – die Freiheit, nicht alles wissen zu müssen

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft, die ich aus der Symbolik von Teng She für unsere heutige Shiatsu-Reise mitnehmen möchte: Nicht jede Unsicherheit verlangt nach einer sofortigen Antwort, und nicht jede gedankliche Bewegung muss in eine Entscheidung münden. Wir dürfen neugierig bleiben, Möglichkeiten erkunden und über unser Leben nachdenken, ohne jede offene Frage unmittelbar lösen zu müssen.

Gerade in einer Welt, die schnelle Reaktionen, klare Positionen und ständige Verfügbarkeit erwartet, kann diese Haltung ungewohnt sein. Doch innere Balance entsteht nicht zwangsläufig dadurch, dass wir immer mehr Kontrolle gewinnen. Manchmal wächst sie gerade dann, wenn wir lernen, zwischen dem zu unterscheiden, was unsere Aufmerksamkeit wirklich benötigt, und dem, was wir für einen Moment ruhen lassen dürfen.

Teng She erinnert uns daran, dass unsere Vorstellungskraft ein Geschenk sein kann, solange wir nicht jede ihrer Bewegungen mit der Wirklichkeit verwechseln. Die Erde schenkt diesem Gedanken einen Gegenpol: einen Ort, an den wir zurückkehren können, wenn unsere Gedanken uns zu weit fortgetragen haben.

Wir müssen nicht jeden Gedanken beruhigen, um unsere Mitte zu finden.

Ein Gedanke für diese Woche

Du darfst Fragen haben, ohne sofort Antworten finden zu müssen. Du darfst unsicher sein, ohne den Boden unter deinen Füßen zu verlieren, und du darfst deine Gedanken weiterziehen lassen, ohne ihnen überallhin folgen zu müssen. Vielleicht genügt es, sich daran zu erinnern, dass wir nicht alles wissen müssen, um im gegenwärtigen Moment anzukommen.

Vielleicht besteht die Kunst der Erde diesmal darin, in Bewegung zu bleiben, ohne sich von jeder Bewegung mitreißen zu lassen.

Ich kann in der Ungewissheit inneren Frieden finden.

Sechs Fragen zu Shiatsu, Teng She und dem Erdelement

  1. Was bedeutet Teng She im Zusammenhang mit Shiatsu?

Teng She 螣蛇, häufig als Soaring Serpent oder Flying Serpent übersetzt, gehört zu den sechs symbolischen Geistern der traditionellen chinesischen Liu-Yao-Lehre. Die Gestalt wird mit der Wandlungsphase Erde sowie mit Unsicherheit, ungewöhnlichen Entwicklungen und Verwicklungen assoziiert. Im Shiatsu ist Teng She keine eigenständige Methode. Die Verbindung entsteht in dieser Blogreihe als moderne, symbolische Reflexion über innere Unruhe und Körperwahrnehmung.

  1. Warum gehören Gou Chen und Teng She beide zum Erdelement?

In der traditionellen Zuordnung der sechs Liu-Yao-Geister sind sowohl Gou Chen als auch Teng She mit der Wandlungsphase Erde verbunden. Gou Chen steht unter anderem für Bindung, Beständigkeit und Verwicklung, während Teng She stärker mit Unsicherheit und schwer durchschaubaren Entwicklungen assoziiert wird. Die beiden Symbole ermöglichen unterschiedliche Reflexionsperspektiven auf die Erde, ohne dass diese Gegenüberstellung eine traditionelle Shiatsu-Lehre darstellt.

  1. Welche Bedeutung hat das Erdelement für innere Ruhe im Shiatsu?

Die Wandlungsphase Erde steht im traditionellen Shiatsu für Mitte, Nahrung, Fürsorge, Stabilität sowie Aufnahme und Verarbeitung. Als symbolisches Denkmodell kann sie dazu anregen, über das eigene Verhältnis zu Belastung, Verantwortung und Erholung nachzudenken. Innere Ruhe wird dabei nicht als dauerhafte Gedankenfreiheit verstanden, sondern als persönliche Erfahrung von Orientierung und körperlicher Präsenz.

  1. Welche Verbindung besteht zwischen Teng She, Grübeln und Unsicherheit?

In dieser Blogreihe dient Teng She als Sinnbild für die Beweglichkeit unserer Gedanken und die Schwierigkeit, mit offenen Fragen umzugehen. Grübeln kann entstehen, wenn wir wiederholt über Probleme oder mögliche Entwicklungen nachdenken, ohne zu einer hilfreichen Lösung zu gelangen. Die Verbindung zu Teng She ist eine zeitgenössische Interpretation der traditionellen Symbolik und keine medizinische oder psychologische Diagnose.

  1. Welche Rolle spielt das Hara bei der Wahrnehmung der eigenen Mitte?

Hara bezeichnet den Bauchraum und steht in verschiedenen japanischen Körpertraditionen für Zentrierung und körperliche Präsenz. Im Shiatsu kann die bewusste Wahrnehmung des Hara helfen, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper und den gegenwärtigen Moment zu richten. Diese Erfahrung lässt sich beispielsweise durch sanften Handkontakt zum Unterbauch oder die Wahrnehmung der natürlichen Atembewegung erkunden.

  1. Welche Do-In-Übung kann bei innerer Unruhe ausprobiert werden?

Eine einfache Do-In-inspirierte Übung beginnt im Sitzen mit beiden Füßen auf dem Boden. Eine Hand ruht auf dem Unterbauch, während die Aufmerksamkeit zwischen Bodenkontakt und natürlicher Atembewegung wechselt. Auftauchende Gedanken müssen nicht unterdrückt werden; stattdessen kann die Aufmerksamkeit immer wieder freundlich zum Körper zurückkehren. Die Übung dient der achtsamen Selbstwahrnehmung und ersetzt keine Behandlung anhaltender psychischer Beschwerden.

 

ShenDo Shiatsu. 💛 Berührung, die bewegt.

Nächste Woche: WHITE TIGER · METAL – Where do I need a clear boundary?

Shiatsu kann die Körperwahrnehmung und das persönliche Wohlbefinden unterstützen, ersetzt jedoch keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

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