Tuscheillustration einer Frau in violetter Kleidung mit goldenen Kreisen um ihre Körpermitte
Shiatsu

Dein Hara finden: Mit Shiatsu zurück in deine Mitte

Finde dein Hara. Es gibt Tage, an denen wir überall sind – nur nicht bei uns selbst. Die Gedanken beschäftigen sich mit dem nächsten Termin, die Schultern halten den Alltag fest, und selbst in einer Pause planen wir schon weiter.

Vielleicht brauchen wir dann zunächst einen Moment, in dem wir wieder spüren: Hier bin ich. Mit meinem Körper, meinem Atem und dem Boden unter meinen Füßen.

Im Shiatsu begegnet uns dafür ein wichtiger Begriff: Hara. Er lädt uns ein, die Aufmerksamkeit vom Kopf in den Körper sinken zu lassen und unserer eigenen Mitte näherzukommen.

Was ist das Hara – und wo findest du es?

Hara bedeutet im Japanischen „Bauch“. Im Shiatsu bezeichnet es den Bauchraum und wird traditionell auch als unsere körperliche und energetische Mitte verstanden. Dabei geht es um einen Raum, den wir mit unserer Aufmerksamkeit und durch achtsame Berührung erkunden können.

Eng damit verbunden ist das Seika Tanden: ein traditionelles Zentrum im unteren Bauch, einige Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels und im Körperinneren. In japanischen Kampfkünsten dient es als Orientierung für Bewegung, Standfestigkeit und Sammlung. Hara und Tanden sind also eng verwandt, bezeichnen aber nicht ganz dasselbe.

Für deine eigene Erfahrung musst du keinen Punkt millimetergenau finden. Du kannst zunächst ganz einfach deinen unteren Bauch wahrnehmen: die Wärme deiner Hände, die Bewegung beim Atmen und das Gefühl, dort mit deiner Aufmerksamkeit anzukommen.

Aus der Mitte handeln

In den Kampfkünsten wird geübt, Bewegungen aus dem Zentrum entstehen zu lassen. Dieses Bild lässt sich auch in unseren Alltag mitnehmen.

Wie stehe ich, wenn ich auf etwas warte? Wie sitze ich vor dem Bildschirm? Was geschieht in meinem Körper, bevor ich auf eine schwierige Nachricht antworte?

Manchmal bemerken wir dabei, wie viel wir festhalten: den Bauch, den Atem, den Kiefer oder die Schultern. Die Aufmerksamkeit für unsere Mitte kann eine Einladung sein, etwas nachzugeben und den eigenen Stand neu zu erkunden.

Innere Balance bedeutet für mich, wahrzunehmen, wie es mir gerade geht – und von dort aus meinen nächsten Schritt zu wählen.

Auch wenn außen vieles in Bewegung ist, darf ich mir einen Moment nehmen, bevor ich selbst weitergehe.

Warum das Hara im Shiatsu wichtig ist

Im Shiatsu hat der Bauchraum eine besondere Bedeutung. Achtsame Berührung und Wahrnehmung des Hara gehören in vielen Shiatsu-Traditionen zur Arbeit mit dem ganzen Menschen.

Für mich als ShenDo-Shiatsu-Praktikerin verbindet sich damit vor allem eine Haltung: präsent sein, zuhören und Berührung aus einer ruhigen, verbundenen Körperhaltung entstehen lassen.

Diesen Raum möchte ich auch dir in meinen Shiatsu-Anwendungen öffnen. Du darfst ankommen, dein Gewicht abgeben und wahrnehmen, was gerade da ist. Vielleicht fühlt sich dein Atem heute eng an. Vielleicht ist dein Bauch weich, vielleicht angespannt. Vielleicht spürst du zunächst kaum etwas.

Alles darf ein Ausgangspunkt sein. Du musst keine bestimmte Empfindung herstellen und auch nichts besonders gut können.

Eine kleine Übung: Zwei Minuten für deine Mitte

Diese einfache Wahrnehmungsübung kannst du im Stehen oder im Sitzen ausprobieren.

  1. Spüre den Boden. Stelle deine Füße etwa hüftbreit auf. Lass die Knie im Stehen locker; im Sitzen stelle beide Füße auf den Boden.
  2. Lege deine Hände auf den unteren Bauch. Unterhalb des Bauchnabels, ganz sanft und ohne Druck. Wenn du den Bauch gerade nicht berühren möchtest, lass die Hände auf deinen Oberschenkeln ruhen.
  3. Lass deinen Atem kommen und gehen. Du musst ihn weder vertiefen noch steuern. Beobachte einfach, ob du eine kleine Bewegung unter deinen Händen bemerkst.
  4. Lass deine Aufmerksamkeit sinken. Stell dir vor, sie darf für einen Moment im unteren Bauch ruhen. Spüre zugleich den Kontakt deiner Füße zum Boden.
  5. Nimm wahr, ohne zu bewerten. Wärme, Bewegung, Spannung, Ruhe – oder zunächst wenig Empfindung. Du brauchst kein bestimmtes Ergebnis.

Bleibe für einige angenehme Atemzüge dabei. Schau anschließend wieder bewusst in den Raum und frage dich:

Was brauche ich für meinen nächsten Schritt?

Vielleicht etwas Bewegung. Ein Glas Wasser. Eine Pause. Oder die Erlaubnis, eine Sache nach der anderen zu tun.

Deine Mitte begleitet dich durch den Alltag

Du brauchst keine lange Auszeit, um diese Aufmerksamkeit zu üben. Ein kurzer Moment vor einem Gespräch, zwischen zwei Aufgaben oder nach dem Schließen des Laptops kann ein Anfang sein.

Spüre deine Füße. Lass den Bauch etwas weicher werden, wenn das angenehm ist. Nimm einen Atemzug wahr, bevor du weitermachst.

So wird das Hara zu einer praktischen Einladung: den eigenen Körper in den Alltag einzubeziehen und dir selbst wieder zuzuhören.

Deine Mitte muss sich dabei nicht jeden Tag gleich anfühlen. Auch du bist in Bewegung. 💜

Shiatsu Krefeld Japanisches Siegel Das quadratische Symbol ist im Stil eines fernöstlichen Namens- oder Kunstsiegel (Hankō / Tenkoku) gestaltet und kombiniert abstrakte, siegelartige Linienstrukturen mit einem kreisrunden Element in Lila

 

Shiatsu in Krefeld: Raum für innere Balance

Bei Shiatsu Krefeld – Raum für innere Balance möchte ich dir Zeit und Raum geben, dich selbst wieder bewusster wahrzunehmen.

Achtsame Berührung kann dich dabei begleiten, deinen Körper zu spüren, zur Ruhe zu kommen und deinen eigenen Rhythmus zu erkunden.

Wenn du dieser Erfahrung Raum geben möchtest, bist du herzlich willkommen.

Angeregt durch einen Beitrag von Gabriel Benitez über das Hara; eigenständig ausgearbeitet für Shiatsu Krefeld.

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